November 29, 2013

The Counselor, das Kritikerecho & rollende Köpfe

Nicht nur zu viele Köche, auch höchstverehrte Pulitzerpreisträger, High-Profile-Filmemacher und Schauspieler können den Brei gehörig verderben. "The Counselor" ist das anschauliche Versagen all seiner beteiligten Talente – und der Erwartungen an sie. 

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November 27, 2013

TV: Grenzgang – die Unausweichlichkeit des Scheiterns

"Grenzgang", die TV-Verfilmung des Debütromans von Stephan Thome, überrascht als sensibles Fernsehmelodram. Claudia Michelsen und Lars Eidinger spielen darin zwei einsame Seelen, die aus beruflichem wie privaten Scheitern neue Kraft schöpfen. 

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November 26, 2013

Kino: THE COUNSELOR

Köpfe würden rollen, wenn sich der Staub erst einmal gelegt habe, schrieb Peter Debruge, einer der Chefkritiker des altehrwürdigen Branchenblatts Variety, im Fazit seines Komplettverrisses zu Ridley Scotts "The Counselor". Und es werde kein schöner Anblick sein, das (Sinn-)Bild all der enthaupteten Talente, die diesem Film ihr Vertrauen schenkten, so Debruge. Eine bitterböse Besprechung, deren Urteil jedoch von der US-Kritik fast einhellig geteilt wurde. [...]

November 25, 2013

TV: Deutsche Sitcom - Bully macht Buddy macht Kopfweh

Vor einer Woche debütierte Michael Herbig mit dem Versuch einer deutschen Sitcom auf ProSieben. Den Spott von Publikum und Presse hat sich "Bully macht Buddy" redlich verdient, viel witzloser als dessen bisherige Projekte ist die Serie aber auch nicht. 

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November 22, 2013

Wer schützt die Filmgeschichte vor dem HD-Wahn?

Um den Schärfer-als-die-Realität-Ansprüchen einer breiten HD-Käuferschaft zu genügen, werden Filme im Zuge von Digitalisierungen und Restaurationen gnadenlos verunstaltet. Dieses Vergehen an der Filmgeschichte ist vielleicht nicht mehr aufzuhalten. 

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November 19, 2013

Kino: GETAWAY (2013)

Ob die Verwechslungsgefahr beabsichtigt ist? Mit Sam Peckinpahs gleichnamigem Klassiker, in dem Bankräuber Steve McQueen und Ehefrau Ali MacGraw vor Polizei und Killern flüchten, hat dieser "Getaway" jedenfalls genauso wenig zu tun wie mit dem Remake desselbigen von 1994. Stattdessen müssen sich, oha, Ethan Hawke und, na ja, Selena Gomez hier im Shelby Mustang den halsbrecherischen Psychospielchen von Jon Voight stellen. [...]

November 14, 2013

Tom Hanks, der Jedermann mit den 1000 Gesichtern

Alle kennen und alle mögen ihn. Er hat die Gabe, das Publikum ganz für sich zu vereinnahmen. Und nie sollte ihm sein Jedermann-Image dabei zum Nachteil ausgelegt werden. Tom Hanks ist auch mit 57 Jahren noch Hollywoods Leading Man. 

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November 11, 2013

Kino: CAPTAIN PHILLIPS

Der Piratenangriff auf das Containerschiff Maersk Alabama ließ sich im April 2009 medial auch hierzulande nachvollziehen. Weltweit berichteten Medien über die spektakuläre Rettungsmission des entführten Kapitäns Richard Phillips, dessen Gefangenschaft US-amerikanische Nachrichten beinahe als Echtzeitthriller inszenierten. Regisseur Paul Greengrass hat die Ereignisse nun zu einem Hollywoodfilm verdichtet, in dem Tom Hanks die Titelrolle spielt.

November 08, 2013

Zuletzt gesehen: PRINCE OF THE CITY (1981)

Dem eigenen Bekunden nach habe die gegenüber "Serpico" ungleich komplexere Illustration des Polizeiapparates Sidney Lumet dazu bewogen, mit dem epischen "Prince of the City" Robert Daleys gleichnamiges Buch über einen maßgeblich vom ehemaligen NYPD-Officer Robert Leuci initiierten Korruptionsskandal zu verfilmen. Tatsächlich erscheint der dargestellte Prozess einer moralischen Rehabilitation über mehrere Instanzen hinweg (Familie, Kollegen, Justizsystem) derart detailreich, ambivalent und schließlich auch zermürbend, dass Lumets Polizeidrama schon mehr als ein gewisses Grundinteresse am entsprechenden Betrieb voraussetzt. Der sehr einnehmenden ersten folgt dabei eine doch recht strapaziöse zweite Hälfte: Treat Williams trägt reichlich dick auf in seinem Spiel eines sukzessive wahnsinnigen internen Spitzels, die zuvor so spannenden Beobachtungen sich gegenseitig bedingender Milieus weichen einem etwas zu sehr auf Cop-Befindlichkeiten verlegten Egotrip. Das so sehr betonte Gesetz der Straße ("I know the law. The law doesn't know the streets.") bleibt letztlich seltsam theoretisch, die Junkies und Dealer und Prostituierten verschwinden zügig von der Bildfläche. Da erscheinen mir Sidney Lumets Beobachtungen in seinem später inszenierten "Q&A" um einiges sorgfältiger. So ist dies unterm Strich "nur" ein sehr guter Film mit einem ergreifenden Schlussbild.


60%

TV: Papa auf Probe - ein Warnzeichen für den Verstand

Ach ja, die Männer und die Frauen, ohne widerspenstige Zähmungen geht’s halt einfach nicht bei der ARD Degeto. Papa auf Probe, Mutter am Herd. Und die wöchentliche Geschlechterkomödie im Ersten, garantiert hirnverbrannt. [...]

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November 07, 2013

Zuletzt gesehen: GUILTY AS SIN [JENSEITS DER UNSCHULD] (1993)

Erstaunlicherweise, zumindest mit Blick auf das Produktionsjahr, kein Sex-, sondern merklich gediegener Psychothriller, in dem Don Johnson – anders als es sich ja durchaus angeboten hätte – nicht den vögelfreudigen Michael Douglas gibt. Stattdessen terrorisiert er als Frauenmörder nach Herzenslust und aber auch allen Regeln der Overacting-Kunst seine arme Anwältin Rebecca De Mornay, die erst neugierig und dann widerwillig dessen Unschuld beweisen muss (vgl. auch Glenn Close im gar nicht so unähnlichen "Jagged Edge"). Edelschlockmeister Larry Cohen hat hier ein Drehbuch geschrieben, das selbst Justizanalphabeten in ungläubiges Staunen versetzt, und Sidney Lumet hat dieses Drehbuch mit fast absurdem, vielleicht ja sogar ironischem Ernst in Bilder übersetzt. Einige hübsche Inszenierungsideen, etwa Freeze-Frame-Johnson in bläulicher Rückblende, und die Bedeutsames suggerierende Musik von Howard Shore, der seine Thriller-Scores mit einer nicht zu unterschätzenden Subtilität schreibt, werten diesen hochvergnüglichen, überaus dusseligen Thriller zweifelsfrei auf. Als besondere Highlights erweisen sich ein Gerichtssaal, der in seiner Ausstattung an 90er-Jahre-Großraumdiscos erinnert, und ein sagenhaft kurzes, wahrlich unfassbares Finish, das man gesehen haben sollte. Es bleibt dabei: Auch einen Lumet im Ulk- statt Meisterregisseursmodus kann die Filmgeschichte nicht missen wollen.


60%

November 06, 2013

You're Next - Der beste Horrorfilm des Jahres?

Nur wenige Horrorfilme wurden 2013 überhaupt im Kino ausgewertet, die meisten von ihnen waren mäßig interessant. Würde sich mit "You're Next" auf den letzten Metern nicht eine Ehrenrettung ankündigen, müsste alle Genrehoffnung im Videoregal versiegen. 

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November 04, 2013

Zuletzt gesehen: DEATHTRAP [DAS MÖRDERSPIEL] (1982)

Eine beinahe sklavisch vorlagengetreue Kinoadaption des langjährigen Broadway-Kassenknüllers von Ira Levin, der mit dem trickreichen Meta-Krimispiel über Systematik und Funktionalität trivialer Theaterstücke ein Meisterwerk kreierte. Von der Bühne ins Kino übertragen, müsste "Deathtrap" eigentlich an Sinn einbüßen (das Stück über Stücke innerhalb eines Stückes als Film?), würde Sidney Lumet sich den Stoff nicht mit gewohnt leichter Hand zueigen machen – und ihn ganz einfach verwandeln: Die Geschichte absurder Krimiwendungen im Theater funktioniert er schlicht zu einer Geschichte absurder Krimiwendungen im Kino um, ohne dass das augenzwinkernde, aber nicht minder effektive Gedankenspiel über Autorenschaft und Publikumsgunst dabei an Vergnüglichkeit einbüßt. Sowohl die irrwitzige erste als auch die clevere zweite Hälfte dieses Films sind auf ihre ganz eigene Art stimmig, auch weil Lumet das spürbar Theatrale trotz Schauplatzreduktion mit den genuinen Mitteln des Kinos rasiert. Levins Vorlage ist freilich ein derartiger Selbstläufer, dass auch überbefähigte Filmemacher sich nur noch an sie zu halten brauchen. Und so veränderte Lumet lediglich eine entscheidende Stelle, die zu präzisieren den wichtigsten Twist dieser an Wendungen und Kniffen wahrlich nicht armen Plot- und Overacting-Groteske preiszugeben hieße. Dass diese Änderung zum damaligen Kinostart indes eine Kontroverse provoziert haben soll, nachdem sie bereits von der englischsprachigen Kritik großzügig ausgeschlachtet wurde, erscheint unerklärlich – und macht "Deathtrip", den Film, heute auch zu einem erinnerungswürdigen Relikt. 


65%