Juni 30, 2013

Zuletzt gesehen: SPRING BREAKERS (2012)

Fadenscheiniges Gemisch aus Spottdichtung und Affirmation, das sich mit Lolitabildern selbst auf den Leim geht. Beinahe schlimmer als der Film selbst: Die feuilletonistische "cinephile" Rezeption, in der lediglich hosenschwellende Schauwerte mal wieder durch das zungenfertig vage, aber unmissverständlich Bedeutungsvolle nivelliert werden müssen. 


20%

Juni 28, 2013

TV: Rindvieh à la Carte, ein neuer ARD-Kuhfladen

Dem die Kuh gehört, der fasst sie bei den Hörnern. Wenn Landwirtin Muriel Baumeister versagt, kann nur ein stattlicher Mann wie Bernhard Schir ihr noch den (Bauern-)Hof machen. Eine weitere Komödie in der ARD, die reaktionären Schwachsinn auftischt. [...]

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Juni 27, 2013

Zwischen Amateurquatsch & Meisterwerk

Mit "World War Z" kommt heute das teuerste Zombiespektakel aller Zeiten in die Kinos und auf moviepilot wurde mithilfe der Nutzerbewertungen eine Top 50 der besten Filme über Untote erstellt. Meine Favoriten habe ich bei der Gelegenheit auch aufgelistet.

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Juni 26, 2013

Kino: WORLD WAR Z

Brad Pitt muss als UN-Gesandter ein Mittel gegen die größte Pandemie der Menschheitsgeschichte finden – im teuersten Zombiefilm aller Zeiten. "World War Z", ein verhindertes Meisterwerk.

Juni 24, 2013

Zuletzt gesehen: DIE WEIBCHEN [aka. LITTLE WOMEN aka. FEMMINE CARNIVORE] (1970)

Eine ulkig-penetrante Verballhornung der Wahnvorstellung von anno dazumal, die Frauenbewegung könne allen Männern bestialisch den Garaus machen, durchs Fischaugenobjektiv mit psychedelischem Nackedeiquatsch und Peter-Thomas-Dauerbeschallung tendenziell eher lästig inszeniert. Gottesanbeterin Uschi Glas ("Ich will zum Frisör!") und Adam, der Gärtner mit den Teufelskrallen, heitern die deutsch-italienisch-französische Emanziploitation kräftig auf ("Sie sind tot, tot, tot!"), aber als "Gesellschaftssatire" ist Brynychs Kurstadt der Frauen natürlich schon eher gröbster Unfug. Eine Handvoll abseitiger Highlights lehrt nichtsdestotrotz: Mit Kreissägen ist zu spaßen, mit menschlichen CSU-Etiketten nimmermehr. 


50%

Juni 23, 2013

Zuletzt gesehen: THE DAMNED [THESE ARE THE DAMNED aka. SIE SIND VERDAMMT] (1961)

Zur Zeit seiner säumigen Veröffentlichung sowohl in Großbritannien als auch den USA rücksichtslos verstümmelt, kann "The Damned" heute eigentlich nur als eine weitere Großtat des verhinderten Meisterregisseurs Joseph Losey gefeiert werden. Nach wie vor indes scheint die Begeisterung für diese vermutlich bitterste aller Science-Fiction-Paranoien des Kalten Krieges im Kino arg gezügelt – die neuerliche Rezeption des Films bei Erscheinen der DVD war zumindest abermals zwiegespalten. Vom Hammer-Studio offenbar als Cash-In zu "Village of the Damned" und Konsorten in Auftrag gegeben (und entsprechend unzufrieden abgenommen), zeigt Losey weder Interesse an genregerechter Stereotypie noch an konventioneller Spannung, Unterhaltung oder anderen Belanglosigkeiten. Vielmehr ist sein als Beatnik-Drama eingeleitetes, später melodramatisch umschwenkendes und schlussendlich schockierend dystopisches Zeitbild Agitation pur, vehement fatalistisch und geradezu nüchtern brutal. Voller Subtext (die Rowdys als Spiegelbild der radioaktiven Kinder), unterschwelliger Motive (das inzestuöse Verhältnis der Geschwister) und unberechenbarer Figuren (Oliver Reed!), mag "The Damned" vielleicht nicht als vordergründiges, affektives, aber als überaus stimulierendes Kino beglücken. Ein wahrer Science-Fiction-Bastard. 


70%

Zuletzt gesehen: M (1951)

Im US-Remake der Richtschnur deutschen Filmkulturguts, Fritz Langs "M", verlegt Ultrakunstmaestro Joseph Losey die hinreichend bekannte Hetzjagd nach dem Kindermörder in ein Los Angeles der frühen 50er Jahre. Ohne den bedeutungsvollen Rattenschwanz des Ausgangsmaterials und einer selbstredend geographisch und zeitlich anders verorteten Abhaltung gestaltet Losey das Paranoiakollektiv in gewohnt stimmungsmachendem Temperament zu einer Chiffre zeitgemäßen HUAC-Wahnsinns um. Entsprechend schwermütiger, und aber auch eindrucksvoller, präsentiert sich dessen Interpretation des berühmten finalen Appells, während die Noir-eske Bildsprache den kriminalistischen Elementen ausreichend Gewicht verleiht. Ein insbesondere im Moment der Täterstellung herausragend inszenierter, geradezu charakteristischer Losey-Film, der hiernach die Flucht ins Exil antrat. 


65%

Juni 21, 2013

Superheldenkino - Eine selbst geschaffene Monokultur

Nie waren Superhelden im Kino so erfolgreich wie jetzt. Nur mit Batman, Spider-Man, Iron Man und Co. ist gegenwärtig noch das ganz große Geld zu machen. Über die Folgen der drohenden Monokultur aber sind mittlerweile sogar schon Blockbuster-Giganten besorgt. 

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Juni 19, 2013

TV: So wie du bist - Infantiles Wohlfühlfernsehen

Im ARD-Film "So wie du bist" baut Gisela Schneeberger als Richterin Gnadenlos einen folgenschweren Autounfall und muss sich anschließend um ein Mädchen mit Down-Syndrom kümmern. Ein heiter-infantiles Dramödchen zum Wohlfühlen. 

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Juni 18, 2013

Kino: GAMBIT [DER MASTERPLAN]

Die Vorfreude: Colin Firth und Cameron Diaz wollen Kunstliebhaber Alan Rickman mit einem listreichen Millionen-Coup übers Ohr hauen – in einem Film, dessen Drehbuch von den Coen-Brüdern geschrieben wurde. Die Ernüchterung: Gegen dieses lasche Remake der gleichnamigen Gaunerkomödie von 1966 nimmt sich das leicht ergraute Original geradezu explosiv vergnüglich aus. [...]

Juni 17, 2013

Berberian Sound Studio


Auf vimeo gibt es die tolle Film-im-Film-Titelsequenz aus Peter Stricklands "Berberian Sound Studio" zu sehen. Ich habe den Film nicht besprochen, kann ihn aber durchaus empfehlen (läuft seit vergangenem Donnerstag in den deutschen Kinos). Die Umsetzung seiner reizvollen Idee ist für meinen Geschmack mitunter etwas zu forciert mehrdeutig, was sich in den gedankensprudelnden Texten über ihn (insbesondere seitens der Peergroup) auch entsprechend niederschlägt. Letztlich ist er nichtsdestotrotz ziemlich "normal", ein Meta-Film, wie man ihn eben so macht. Aber sehenswert allemal.

Juni 14, 2013

Zuletzt gesehen: IT'S ALWAYS FAIR WEATHER [aka. VORWIEGEND HEITER] (1955)

Vielleicht nicht unbedingt vergessenes, aber doch vielfach übergangenes MGM-Musical, das immerhin die letzte (Regie-)Zusammenarbeit der beiden begnadeten Talente Stanley Donen und Gene Kelly markiert. Deren Freundschaft überlebte die chaotischen Dreharbeiten von "It's Always Fair Weather" leider nicht, und an ihre früheren Erfolge konnte die Arthur-Freed-Produktion nach der stiefmütterlichen Auswertung seitens des Studios auch nicht im Entferntesten anknüpfen. Der Frust ist dem Film deutlich eingeschrieben, Kelly jongliert sich fast unsicher, mindestens aber gehemmt durch die seltsam distanzierten Cinemascope-Bilder, in deren Breite er zu keinem rechten Bewegungsrhythmus finden mag. Dennoch gehört etwa die wunderschön choreographierte Rollschuhnummer "I Like Myself" zu den größten Leistungen seiner Karriere, während die nahezu disparat wirkende Tristesse von Kelly Spiel einen nicht uninteressanten Kontrapunkt zu seiner sonst auf Heiterkeit geeichten Musicalpräsenz bildet. Dass die Geschichte dreier aus dem Krieg heimgekehrter Soldaten, deren Freundschaft ausgerechnet in einer (berstend ironisch inszenierten) Fernsehshow erneuert werden soll, auf eine Massenschlägerei (statt finaler Gesangs- oder Tanznummer) hinausläuft, ist schon durchaus bezeichnend für dieses so gar nicht freudestrahlende, sondern weitgehend übellaunige Musical. Interessant gescheitert. 


60%

Juni 13, 2013

TV: GAME OF THRONES - SEASON 3

Aus gutem Grund wurde der wichtigste Satz der dritten Staffel "Game of Thrones" vielfach zitiert: "If you think this has a happy ending, you haven't been paying attention", fasst Ramsay Snow nicht nur kommende Ereignisse, sondern auch das dramat(urg)ische Prinzip der HBO-Erfolgsserie zusammen. Nach der mitunter ein wenig gestreckt wirkenden Season 2 kehrt die großartige Mittelalter-Soap in ihrem dritten Jahr mit einem Paukenschlag zurück.[...]

Juni 12, 2013

Riefenstahl 2.0 - Zack Snyder und sein Fascho-Kino

Seit 10 Jahren malträtiert Zack Snyder mit bestenfalls idiotischen, überwiegend faschistoiden Filmen Körper und Geist. Bevor der Regisseur jetzt mit Man of Steel das Erbe von Superman angeht, lässt Mr. Vincent Vega sein Schaffenswerk Revue passieren.

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Juni 10, 2013

DVD/BD: THE ABCS OF DEATH [22 WAYS TO DIE]

Das üblicherweise auf circa eine Handvoll Episoden beschränkte Konzept von Anthologiefilmen erweitert "The ABCs of Death" im großen Stil. Ganze 27 Regisseure aus 15 Ländern steuerten einen Horrorbeitrag zur alphabetisch geordneten Kurzfilmsammlung rund um den Exitus und seine vielfältigen Ausprägungen bei. Blutrünstige Quickies von A bis Z sind das Ergebnis. [...]

Juni 08, 2013

Zuletzt gesehen: HERBSTROMANZE (1980)

"Ah, schon wieder ganz der Kunst gewidmet!". Ein – das waren keine falschen Versprechungen der Wiederentdecker – alle Körperzellen zersetzender Heimatfilm-Nachtritt und zugleich wohl dessen endgültiger Exitus. Baden zum Nulltarif, ein Streichelpferd aus Plastik und lüsterne Stallunerotik in einem bar jeder Vernunft auf Hirntod inszenierten Dilettantismus-Stadl. Dialoge und Schauspiel ausnahmslos jenseitig, porentief-pornös in Habitus und Gestaltung, Wertungskriterien versagen. "Für die Kunst ist keine Stunde am Tag überflüssig", vielleicht auch tatsächlich nicht einmal für die grenzdebile, bis ins Mark durchmiefte Altherrenromantik von Jürgen Enz. Man kann, selbst im Angesicht eines pervers freudigen Entsetzens über so viel konservierte filmische Phrenesie, nur froh sein, dass diese Zeit vorbei ist. In der Welt. Und aber auch im Kino.


60%

Juni 06, 2013

Esther Williams

†91

Kino: AFTER EARTH

Wenn die stagnierenden Karrieren eines Hollywood-Stars und des als Wunderkind gepriesenen Regisseurs von "The Sixth Sense" für eine Rettungsaktion zueinander finden, dann muss der entsprechende Film gleich doppelt abliefern. "After Earth" aber gleicht einer Arbeitsverweigerung: Mit verständlichem Desinteresse fungiert M. Night Shyamalan hier als Erfüllungsgehilfe eines Familien-Vehikels für Will Smith und Anhang. [...]

Medienzirkus - Douglas' Oralsex, Jolies Brüste

Hat Michael Douglas sein Krebsleiden exzessivem Oralverkehr zu verdanken? War Angelina Jolies Brustoperation wirklich nötig? Wer hat im Interview eigentlich was zu wem gesagt? Und sonst so? 

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Juni 05, 2013

Wie viele letzte Exorzismen verträgt das Kino?

Seit 1973 sind besessene Mädchen und hilflose Exorzisten aus dem Horrorfilm nicht mehr wegzudenken. Doch das Subgenre führt seine vollmundigen Versprechungen vom "letzten Exorzismus" längst selbst ad absurdum – besessen vom ewig gleichen. 

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Juni 03, 2013

Zuletzt gesehen: OH BOY (2012)

Bestimmt ganz lieb gedacht und noch besser gemeint, der entsprechende Film zum Label. Prenzlberger-Lebensphilosophie gewiss ist natürlich auch dann nicht tiefsinniger, wenn Mittzwanziger-Trott und weinerliches Latte-macchiato-Befinden im filmhochschulgerechten Schwarzweiß dargereicht werden. Wie ernst man eine Produktion nehmen kann, die ihren romantisierten Verlierer gleich zu Beginn schon mit gesenktem Haupt in eine bedeutungsvolle Duschpose zwingt, als sei dies nicht eines der zwei, drei überstrapaziertesten Bilder des Kinos überhaupt, hängt wohl vom jeweiligen Verständnis eines guten Films ab. Ob ein derart kunstgewerblicher Tagesausflug in die selbstmitleidige U30-Bohème seine forcierte Tristesse mit all den schablonenhaften Typen, hochgejazzten Berliner Standards und aufgeschrieben wirkenden Dialogen in überartikuliertem Schultheatergestus aber in irgendeiner Weise anregend sein soll – das wissen dann bestenfalls jene zugezogenen Langzeitstudenten, deren modische Befindlichkeiten "Oh Boy" immerhin auf der Bildebene in schnieke hochgezogene Kontraste pfropft. Der Rest ist so ausgesucht banal wie filmisch absolut irrelevant.


40%