April 23, 2014

Michael Glawogger

†54

April 21, 2014

Zuletzt gesehen: IT'S A SMALL WORLD (1950)

"This is the story of a special group of people", lässt ein Vorwort der Produzenten verlauten, mit instruktivem Zusatz: "It is hoped that by better understanding the lives of these people a greater and deeper knowledge of all humanity will come to us"! In den kommenden zehn Minuten ist dann auch eigentlich schon alles erzählt: ein kleinwüchsiger Mann, gesellschaftlich diskriminiert und vom Vater der Freiheit beraubt, möchte sich endlich selbst verwirklichen. Zu der so wunderbar Expositionen überspringenden filmischen Ökonomie von William Castle (sämtliche Konflikte ergeben sich quasi aus dem Nichts oder über wenige prägnante Bilder) gehört dann allerdings auch stets das freimütige Bekenntnis zu purer Redundanz. Eben weil "It's a Small World" seine um Verständnis werbende Prämisse schon mit den Anfangstiteln darreicht, lässt sich der Film eigentlich nur noch apathisch aussitzen. Famos indes, wie Castle – Meister ja nicht nur des schauerlichen, sondern eben auch des melodramatischen Super-Schlocks – die sozialen Probleme von kleinwüchsigen Menschen möglichst nicht ausgeschlachtet wissen möchte, aber gerade in der erzieherisch vermittelten Nüchternheit (Vorwort: "the great difficulty they have in adjusting themselves to a normal world") Happy-Clap-Aufklärung in Exploitation-Reinkultur betreibt. Gewohnt frei von Subtilität (die bedeutsam positionierte Mikrosomie-Definition aus dem "Medical Almanac", das "zufällige" Vorlesen aus "Gullivers Reisen") und wie immer mit viel Herzblut inszeniert, versetzte mich der Film auf den letzten Metern allerdings noch in absolute Fassungslosigkeit: Wenn der Held im Zirkus (wo auch sonst!?) schließlich seine große Liebe trifft und ihr aus heiterem Himmel lautstark ein Ständchen an den Kopf trällert, als sei die Produktion plötzlich im großen Stil von Arthur Freed eingenommen, wird man selbst als Castle-Fan auf eine harte Probe gestellt. Schon toll… irgendwie.


50%

April 16, 2014

Was das Kino von True Detective lernen kann

Serien sind das bessere Kino? Wenn es überhaupt ein Beispiel gibt, das dieser unsäglichen Phrase Gewicht verleiht, dann am ehesten True Detective. Die HBO-Serie gemahnt tatsächlich an Stärken des Kinos, die dort mittlerweile Seltenheitswert haben. 

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April 10, 2014

DVD/BD: AN ANGEL AT MY TABLE (1990)

Glaubt man dem Schauspieler Sam Neill und seinem sehr persönlichen Heimatfilm-Essay "Cinema of Unease", hat das Kino Neuseelands erst spät zu einer eigenen Identität gefunden. Einer Form, und schließlich auch einer souveränen Filmindustrie, die sich mit Roger Donaldsons Politthriller "Sleeping Dogs" erst zögerlich herauszubilden begann, um dann Anfang der 90er Jahre von Jane Campion in die Welt getragen zu werden. [...]

April 09, 2014

Arnold Schwarzenegger und das Ende einer Karriere

Vom Superstar zum Kassengift? Mit seiner Rückkehr aus der Politik ins Kino tut sich Arnold Schwarzenegger merklich schwer. Und das Publikum straft den wiedergekehrten Leading Man des Actionfilms gleich gänzlich mit Ignoranz. Quo vadis, Arnie? 

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April 08, 2014

Kino: SABOTAGE

Mit Arnold Schwarzenegger ist nicht mehr viel los, zumindest an den Kinokassen. Dort verzeichnen dessen Filme inzwischen entweder herbe Verluste ("The Last Stand") oder bleiben weit hinter den Erwartungen zurück ("Escape Plan"). „Sabotage“, der neue kräftig beworbene Arnie-Kracher, bescherte dem einstigen Hitgaranten nun sogar seinen schlechtesten US-Start seit 30 Jahren. Nicht zu Unrecht, wie man leider sagen muss. [...]

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April 07, 2014

Peter Liechti

†63

Mickey Rooney

†93

April 02, 2014

Hardcore-Sex im Mainstream – Ende eines Kinotabus?

Im (Mainstream-)Kino wird Sex für gewöhnlich nur simuliert, also auf eine nicht-explizite Art dargestellt. Dabei spräche auch jenseits des Pornosektors nichts gegen Hardcore-Sex in Spielfilmen. Nicht einmal dann, wenn diese prominent besetzt sind. 

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März 31, 2014

Kino: SNOWPIERCER

Den Zug als Kammerspiel erfindet "Snowpiercer" nicht neu. Und doch nutzt er die lediglich vornheraus einigermaßen dehnbare Enge des Spielortes so wesentlich wie kaum kein anderer Film. Diese Reise vom letzten zum ersten Waggon ist schon deshalb hochinteressant, weil sich hier geradewegs jeder Raum zu einem neuen Bild erschließen muss – als in die waagerechte Bewegung versetzter Genre-Mix, der in jedem Zugabschnitt mit einer neuen Überraschung aufwartet. [...]

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März 26, 2014

Kino: HER

Wird es hier, in einer Geschichte um einen zerstreuten Mann und seine Suche nach Liebe, Sex mit einem Computerprogramm geben? Nicht virtuellen Sex mit einem anderen Menschen, sondern tatsächlich mit einer künstlichen Intelligenz? Und wird diese Idee so inszeniert sein, dass an die Liebe zwischen Mensch und "operierendem System" nicht nur ironische Bedingungen gestellt werden? Der Lächerlichkeit sollen Theodore (Joaquin Phoenix mit Schnauzer) und die Geselligkeitssoftware Samantha (gesprochen von Scarlett Johansson) in jener Szene, in der sie schließlich sehr eng zusammenkommen, wahrscheinlich nicht preisgegeben werden. Weshalb der Film diesen Schlüsselmoment, in dem eine ungewöhnliche, aber bestimmt nicht unwahrscheinliche Beziehung auf ihre realen Möglichkeiten überprüft wird, wohl auch prophylaktisch in ein Schwarzbild rückt. [...]

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März 25, 2014

Kino: OUT OF THE FURNACE

Nichts geht mehr in Braddock, Pennsylvania. Seit die Stahlindustrie in den 70er und 80er Jahren rund um Pittsburgh kollabierte, ist der einstige Wirtschaftswunderbezirk ein gottverlassener Ort. Wer hier noch immer nicht das Weite gesucht hat, so vermittelt es "Auge um Auge" (der bessere Originaltitel lautet "Out of the Furnace"), muss vollständig verloren sein – im endgültigen Abschwung der Fabrik- und Bergwerksüberbleibsel, in Arbeits- und Perspektivlosigkeit, in einer sich verselbstständigten Kriminalität, der niemand Herr werden kann und vielleicht auch gar nicht Herr werden will. [...]

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März 24, 2014

James Rebhorn

†65

März 21, 2014

DVD/BD: CHEAP THRILLS

Für 50 Dollar kann man sich ruhig schon mal eine Ohrfeige geben lassen. Doch wie viel Geld ist einem der kleine Finger wert? Der eigene Stolz? Die Würde des Menschen? In der bitterbösen Komödie "Cheap Thrills" gerinnt ein scheinbar harmloses Wettspiel unter Saufkumpanen zum existenzialistischen Horrortrip. In einem weiteren originellen Genrefilm, der die herausragende Stellung des gegenwärtigen Independentkinos der USA bestätigt.[..]

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März 20, 2014

CGI-Overkill - wenn im Actionkino die Action fehlt

Digital ist besser? Das Actionkino können Tocotronic damit wohl kaum gemeint haben. Wenn CGI die Kunst der Actioninszenierung ersetzt, geht damit auch ein erheblicher Reiz des Genres verloren. Oder hat klassisches Actionkino einfach nur ausgedient? 

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